Diese sieben Punkte stammen nicht aus einer allgemeinen Checkliste, sondern aus dem, was in unserem sechsmonatigen Test 2026 den Unterschied zwischen den drei empfohlenen Agenturen und den restlichen sieben gemacht hat: nicht die Marketing-Sprache im Pitch, sondern was schwarz auf weiß im Vertrag steht oder eben nicht steht. Jeder Punkt kommt mit einer konkreten Frage, die du im Erstgespräch stellen kannst, einem Beispiel für eine ausweichende Antwort - und einer ehrlichen Einschätzung, wie die zehn von uns getesteten Agenturen dabei abschneiden, inklusive der Stellen, an denen wir selbst keine schriftliche Bestätigung bekommen haben.
Kriterium 01 / 07
Schriftlicher Vertrag vor dem Start
Bevor du irgendetwas an eine Agentur übergibst - Content, Account-Zugang, Erwartungen - muss ein schriftlicher Vertrag vorliegen, den du in Ruhe lesen kannst. Mündliche Zusagen („das machen wir dann so, wie besprochen") sind im Streitfall wertlos. Frag im Erstgespräch konkret: „Kann ich den Vertrag vorab in Ruhe zu Hause lesen, bevor ich unterschreibe - und bekomme ich genug Zeit dafür?" Eine unseriöse Antwort drängt auf sofortige Unterschrift oder verweist auf mündliche Absprachen. In unserem Test haben neun der zehn Agenturen ihre Konditionen im Vertrag oder Erstgespräch überprüfbar dargelegt; einzige Ausnahme war Louna's Models, wo Konditionen laut unseren Testnotizen im Erstgespräch nicht schriftlich zugesichert wurden - passend zur dort dokumentierten Schwäche, dass Vertragsdetails erst spät transparent werden.
Kriterium 02 / 07
Offen genannte Provision und Berechnungsgrundlage
Die Prozentzahl allein sagt wenig. Entscheidend ist, ob sie vom Netto- oder Bruttoumsatz berechnet wird - 50 % nach Abzug der OnlyFans-Plattformgebühr ist etwas anderes als 50 % vom Bruttoumsatz (die ganze Mathematik dazu steht in Revenue-Share erklärt). Frag direkt: „Ist die Provision vom Netto- oder Bruttoumsatz - vor oder nach der OnlyFans-Gebühr - und kannst du mir das an einem Beispiel mit 5.000 € Umsatz durchrechnen?" Weicht die Agentur dieser Beispielrechnung aus, ist das die eigentliche Antwort. Meydi Media nennt mit „maximal 40 %" öffentlich eine Obergrenze, BrilliantNetwork liegt laut unseren Testdaten bei „50 % oder mehr" - die genaue Berechnungsgrundlage (netto oder brutto) hat uns jedoch keine der zehn getesteten Agenturen schriftlich zugesichert. Das ist die ehrliche Lücke in unserer Tabelle unten: Frag danach aktiv nach, bevor du unterschreibst.
Kriterium 03 / 07
Keine Vorauszahlung
Seriöse Agenturen verdienen ausschließlich über die Umsatzbeteiligung - sie verdienen erst, wenn du verdienst. Frag im Erstgespräch: „Muss ich vor dem ersten Onboarding irgendetwas bezahlen - Setup, Coaching- oder Branding-Paket?" Eine unseriöse Antwort verharmlost die Kosten als „kleine Pauschale" oder verspricht, das Geld „kommt später zurück". In unserem Test bestätigen Vox Management, ChatForge, Bunny Agency und Meydi Media ausdrücklich, keine Vorabgebühr zu verlangen. Für die übrigen sechs Agenturen liegt uns dazu keine schriftliche Zusicherung vor - das ist kein automatischer Verdacht, aber ein Punkt, den du selbst konkret abfragen solltest, bevor irgendetwas fließt.
Kriterium 04 / 07
Kündigungsfrist unter drei Monaten
Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist zusammen entscheiden, wie schnell du wieder rauskommst, wenn es nicht passt. Frag: „Was ist meine Mindestlaufzeit, meine Kündigungsfrist - und verlängert sich der Vertrag automatisch, wenn ich nicht rechtzeitig kündige?" Eine unseriöse Antwort bleibt vage oder verweist erst nach der Unterschrift auf die AGB. In unserem Test ist ChatForge monatlich kündbar, ganz ohne Bindung. Am anderen Ende stehen SheX Agency (6 Monate), Meydi Media (6 Monate), Lush Management sowie BrilliantNetwork und Louna's Models (jeweils 12 Monate, teils mit automatischer Verlängerung) - die vollständigen Vertragsbedingungen aller 10 Agenturen stehen im Agentur-Vergleich.
Kriterium 05 / 07
Account-Zugang bleibt bei dir
Wer dein Hauptpasswort hat, hat die Kontrolle über deinen Account, dein Geld und deinen Content. Seriöse Agenturen arbeiten mit separaten Manager-Zugängen oder eingeschränkten Berechtigungen. Frag: „Brauche ich mein Passwort weiterzugeben, oder arbeitet ihr mit getrennten Zugängen?" Eine unseriöse Antwort lautet sinngemäß „schick uns einfach deine Login-Daten, anders geht das technisch nicht" - das stimmt nicht, und wer es behauptet, weiß es meistens selbst. Das ist genau das Warnsignal Nummer drei aus unserem Warnsignal-Guide. Dieser Punkt ist branchenweit am wenigsten dokumentiert: Keine der zehn getesteten Agenturen hat uns das schriftlich zugesichert - frag deshalb im Erstgespräch aktiv danach und lass dir die Antwort schriftlich bestätigen.
Kriterium 06 / 07
Content-Rechte bleiben bei dir
Fotos und Videos, die während der Zusammenarbeit entstehen, sollten dir gehören - besonders nach Vertragsende. Frag: „Wer darf meinen Content nach Vertragsende weiter nutzen - und für wie lange?" Eine unseriöse Antwort ist ausweichend oder behauptet ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht der Agentur. In unserem Test bestätigt ChatForge ausdrücklich, dass die Content-Rechte bei der Creatorin verbleiben. Für die übrigen neun Agenturen ist dieser Punkt in unseren Unterlagen nicht dokumentiert - auch das gehört zu den Fragen, die du selbst stellen solltest (unsere Vertrags-Checkliste zeigt dir passende Muster-Klauseln dazu).
Kriterium 07 / 07
Erreichbare Referenz-Creatorinnen
Eine ehrliche Agentur lässt dich mit einer aktuellen oder ehemaligen Creatorin sprechen, die dort war oder ist. Frag: „Kann ich mit einer Creatorin sprechen, die aktuell bei euch ist oder früher war?" Eine unseriöse Antwort weicht aus: „Wir haben nur aktuelle Models", oder es gibt schlicht keine Antwort. In unserem Test haben wir für jede der zehn Agenturen anonymisierte Erfahrungsberichte gesammelt (nachzulesen auf jedem einzelnen Testbericht) - das sind aber redaktionell erhobene, anonymisierte Zitate, keine für dich selbst kontaktierbaren Referenzen. Ob eine Agentur dir aktiv eine erreichbare Referenz anbietet, ist deshalb etwas, das du im Erstgespräch selbst einforderst - und eine Weigerung ist Warnsignal Nummer fünf aus unserem Warnsignal-Guide.